Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Erlebnis – nicht nur für die betroffene Person, sondern für das gesamte familiäre Umfeld. Plötzlich sind Alltagshandlungen, die selbstverständlich waren, mühsam oder nicht mehr möglich: Ankleiden, Kochen, Schreiben, Gehen.
Ergotherapie ist in dieser Phase ein zentraler Baustein – und Angehörige spielen dabei eine wichtige Rolle.
Was Ergotherapie nach einem Schlaganfall leistet
Das Ziel der Ergotherapie nach einem Schlaganfall ist nicht, Übungen zu machen, die gut aussehen. Das Ziel ist: die Rückkehr in den Alltag.
Konkret arbeiten wir an:
- Motorik und Koordination – Feinmotorik, Greiffunktion, Handkraft
- Kognition – Aufmerksamkeit, Planung, Gedächtnis, die durch den Schlaganfall beeinflusst sein können
- Alltagskompetenzen – Ankleiden, Körperpflege, Essen, Schreiben
- Kompensationsstrategien – wie erledige ich Dinge anders, wenn bestimmte Funktionen eingeschränkt bleiben?
- Hilfsmittel – Was kann den Alltag erleichtern? Welche Anpassungen helfen zuhause?
Wie schnell sollte Ergotherapie beginnen?
So früh wie möglich. Neuroplastizität – die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu schaffen – ist in den ersten Wochen und Monaten nach einem Schlaganfall am größten. Frühzeitige, regelmäßige Therapie macht einen messbaren Unterschied.
Das bedeutet nicht, dass nach einem Jahr nichts mehr geht. Aber früh beginnen lohnt sich.
Was Angehörige konkret tun können
Angehörige sind keine Zuschauer – sie sind Teil des Rehabilitationsprozesses.
Was hilft:
- Übungen begleiten, nicht übernehmen – die betroffene Person selbst handeln lassen, auch wenn es langsamer geht
- Routine schaffen – feste Zeiten für Alltagsaktivitäten geben Struktur und fördern Wiedererinnerung
- Kommunikation anpassen – ruhig, klar, Zeit lassen – besonders wenn Sprache betroffen ist
- Wohnraum anpassen – Stolperfallen entfernen, Haltegriffe anbringen, Wege freihalten
- Die eigenen Grenzen kennen – pflegende Angehörige brauchen selbst Unterstützung
Was belastet:
- Zu viel Hilfe anbieten, bevor jemand selbst versucht hat
- Ungeduld zeigen, wenn Fortschritte langsam sind
- Die eigene Erschöpfung ignorieren
Wann kommt Ergotherapie zum Einsatz?
Ergotherapie beginnt idealerweise noch in der Akutklinik oder Rehabilitation – und wird nach der Entlassung ambulant fortgeführt. Für die ambulante Weiterbehandlung ist eine ärztliche Verordnung notwendig.
Als Wahltherapeutin bin ich flexibel in Terminplanung und Ort – Hausbesuche sind auf Anfrage möglich.
Fragen zur Nachbehandlung oder zur Unterstützung für Angehörige? Ich bin für euch da.
